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Zuckerbrot, Peitsche oder ...? — eLearning an Hochschulen etablieren

  1. Thu, 10th Jan 2013
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  3. e-Learning
  4. LMS

Wie etabliert man E-Learning an Hochschulen? Ganz einfach: man stellt eine zentrale Lernplattform zur Verfügung, etwas technischen Support, der Rest kommt von selbst. — Diese Vorstellung hat dazu geführt, dass E-Learning-Plattformen häufig nur als zusätzliches Downloadportal an Universitäten vor sich hin dümpeln. Die Möglichkeiten, die mit E-Learning geboten werden, werden nur zu einem Bruchteil genutzt. Obwohl es verschiedene Möglichkeiten gibt E-Learning in die Breite zu tragen.

Neue Lösungen werden erst angenommen oder gesucht wenn ihre Vorteile entdeckt und erkannt wurden oder vorhandene Lösungen an ihre Grenzen stoßen. E-Learning ist für viele Lehrende immer noch etwas Neuartiges. Sie sind weder damit aufgewachsen noch hineingewachsen. Wer neue Lösungen etablieren möchte, muss ihre Vorteile deutlich machen. Und besser als viele Worte überzeugen immer konkrete und erfolgreiche Beispiele. Bislang fehlt jedoch die notwendige kritische Masse, um aus den Ausnahmen Normalität zu machen. Erfolgreiche Beispiele sind dafür eine wichtige Quelle. Die Kunst ist es diesen Prozess in Gang zu setzen.

Impulse geben

In dieser Hinsicht arbeitet das Förderprogramm der Freien Universität Berlin sehr erfolgreich. Es unterstützt E-Learning-Projekte durch finanzielle Förderung und bietet mit dem Kompetenzzentrum CeDis die erforderliche Unterstützung. Zusätzlich werden einmal im Jahr herausragende Ergebnisse prämiert. Mit den nicht unerheblichen Zuwendungen regt das Förderprogramm die Lehrenden an sich genauer mit den neuen Möglichkeiten des E-Learnings auseinanderzusetzen. Der Anspruch der Nachhaltigkeit an die Projekte zwingt sie zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lehre. Und die im Rahmen der GML-Tagung vergebenen Preise verleihen den besten Ergebnissen Strahlkraft auch über die Universität hinaus.

Aber nicht alle Hochschulen verfügen über finanzielle Mittel für ein solches Förderprogramm. Trotzdem ist es möglich E-Learning als selbstverständliches und gewinnbringendes Werkzeug der Lehre zu etablieren — einfach und zielgerichtet. Eine unabdingbare Grundlage dafür ist ein zentraler Anlaufpunkt, der Lehrende in didaktischer und technischer Hinsicht unterstützt. Technische Hürden werden für Lehrende sonst schnell zu unüberwindbaren oder abschreckenden Hindernissen. Und fehlende didaktische Kenntnisse und Erfahrungen zum Zeitfresser auf dem Weg zur effektivsten Lösung.

Ein solches Zentrum kann jedoch mehr sein als ein reines Serviceangebot. Es sollte nicht nur seine Dienstleistungen bereitstellen. Es geht darum die Chancen und Vorteile von E-Learning aktiv an die Lehrenden zu vermitteln. Seminarangebote sind eine Möglichkeit. Aber es muss zuerst ein grundlegendes Interesse vorhanden sein; die Lehrenden müssen bereits ein Bild entwickelt haben. Ohne einen existierenden Bedarf laufen solche Angebote sonst ins Leere.
Ähnlich verhält es sich wenn man versucht auf breiter Front die Lehrenden individuell anzusprechen. Der Aufwand verpufft in der großen Schar derer, die ihre Lehre nur neben der Forschung unterhalten, nur aufgrund äußerer Notwendigkeiten weiter entwickeln oder den Aufwand scheuen neue Wege einzuschlagen.

Die Entwicklungsbasis erschließen

Um Aufwand und Nutzen zu verbessern gilt es Lehrende zu finden, die aktiv und engagiert ihre Lehre betreiben und weiterentwickeln. Dort besteht die größte Chance, dass die Vorteile von E-Learning erkannt und aufgenommen werden. Dass daraus anschauliche Lösungen und Beispiele entstehen, die bei den Studierenden Erwartungen wecken und anderen Lehrenden ein Bild der Möglichkeiten vermitteln. Der Anfangsimpuls, um den Entwicklungsprozess in Gang zu setzen.

Diese Lehrenden ausfindig zu machen ist keine Zauberei. Evaluationsergebnisse aus der Lehre geben einen ersten Überblick. Wertvoller sind jedoch die Erfahrungen der Studierenden. Sie kennen die ‚guten Lehrer’ unter den Professoren, Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Sie wissen wo Vorlesungen und Übungen aufeinander abgestimmt sind und wo man etwas lernt oder nur für die Klausur lernt. Gerade die herausragenden Studierenden haben oft ein sehr genaues Bild von den Lehrangeboten. Sind die ersten E-Learning-Projekte umgesetzt, geht es darum die Akteure zu vernetzen und die Ergebnisse so weit wie möglich in den Fakultäten und an der Hochschule zu streuen. Und auch wenn keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um Projekte zu fördern oder zu prämieren kann wenigstens eine ideelle Würdigung nicht schaden. Eine Preisverleihung kann ehrliche Anerkennung vermitteln und verleiht den Projekten eine bessere Präsenz an der Hochschule.

 

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