. .

/ log / 17th Feb, 2012

Ingenieur und qualitative Forschung

  1. Fri, 17th Feb 2012
  2. 0 Comment
  3. engineering education
  4. qualitative forschung
  5. forschungsmethodik
  6. close reading

Heureka!, rief Archimedes angeblich als ihn die Erkenntnis in der Badewanne traf. Und es klingt wie ein plötzliches, unerwartetes Ereignis, das aus dem Nichts auftaucht. Ähnliche wahrscheinlich wie ein Blitzschlag. Aber letztlich wird es wahrscheinlich so gewesen sein, wie bei jedem anderen, der sich intensiv mit einem Problem auseinandersetzt: Archimedes hat bis zur Ratlosigkeit über dem Problem mit des Königs Krone gebrütet. Und in einem Moment der Entspannung fügen sich alle Informationen auf einmal zu einem Ganzen zusammen. Heureka!

Ich bin nicht unbedingt zu ähnlich bahnbrechenden Erkenntnissen gekommen wie Archimedes. Ich will auch nicht unbedingt von einem Geistesblitz sprechen. Aber ich habe den Eindruck, dass sich bei mir der Knoten qualitative Forschung langsam aber sicher auflöst. Die Lektüre des Artikels zu Forschungsmethoden im Bereich Engineering Education war scheinbar eins der letzten, noch fehlenden Puzzlestücke.

Als ich letzte Woche einen Artikel gelesen habe in dem es um die Untersuchung des MMOGs Lineage ging, war mir plötzlich klar welchen Zweck die angewandten Forschungsmethoden verfolgen und wie sie funktionieren. Ich habe mich nur anschließend gefragt, in welchem Verhältnis ein Close Reading zu den dort verwendeten Methoden (cognitive ethnography & discourse analysis) steht. In dem Artikel ging es um die Untersuchung eines Computerspiels. Und bislang war mein Eindruck, dass ein Close Reading die geeignete Methode ist, um Computerspiele zu untersuchen.

Als ich die Frage gegenüber einem Kollegen geäußert habe, ist mir dann mit dem Aussprechen auch schon die Lösung aufgegangen: Trotz der Vielfalt möglicher Analyseformen im Rahmen eines Close Readings, geht es dabei immer darum das Spiel selbst zu untersuchen — wie es funktioniert, wie bestimmte Effekte erreicht werden. Bei dem Artikel, den ich angesprochen habe, ging es aber gar nicht um das Spiel an sich. Es ging darum, die Spielkultur zu untersuchen, um auf dieser Basis Aussagen zum Lernen in MMOGs machen zu können.

Es ist mir nicht gerade einfach gefallen, mich in das Thema qualitative Forschung einzuarbeiten. Es verlangt einen anderen Blick auf die Dinge als ich es aus dem ingenieurwissenschaftlichen Bereich gewohnt war. Aber wie bei Archimedes braucht es wahrscheinlich einfach etwas Zeit und einen Reifeprozess damit sich die Dinge ineinander fügen.

 

Browse adjacent articles

0 Comment

Post a Comment

Required sections are marked * . Please remember, debate and courtesy are mutually inclusive.

Personal Details and Authentication
Comment

puzzling ...?